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Saintes-Maries-de-la-Mer

Saintes Maries de la Mer | © Shadowgate

Saintes-Maries-de-la-Mer ist ein Badeort mit rund 2500 Einwohnern am Rande der Camargue. Lebten die Menschen früher vom Fischfang und der Landwirtschaft, so ist es heute der Tourismus, der den Ort vollkommen bestimmt.

Einmal im Jahr, am 24. Mai, verwandelt sich Saintes-Maries-de-la-Mer allerdings für einige Tage in die „Hauptstadt“ der Sinti und Roma, die aus allen Teilen Europas zu Tausenden hier herkommen. Grund ist die Wallfahrt zu Ehren der Heiligen Sarah (auch Schwarze Sarah genannt), der Schutzpatronin der Zigeuner (franz. Gitanes). Einer Legende zufolge soll sie als Dienerin mit den drei heiligen Frauen Maria Salome von Galiläa, Maria Magdalena und Maria von Kleophas per Schiff nach Südfrankreich gekommen sein, was Ausgangspunkt für die Verbreitung des Christentums in der Camargue und der Provence war.

Üblicherweise gibt eine Wallfahrt den Pilgern die Gelegenheit zur inneren Einkehr und Besinnung. Ganz anders das Fest der Heiligen Sarah: über einen Zeitraum von mehreren Tagen feiern die Sinti und Roma ausgelassen auf den Straßen und Plätzen von Saintes-Maries-de-la-Mer. Von überall ertönt die fröhliche Musik der Gitanes. Es wird getanzt, gelacht, gegessen und getrunken. Zur Prozession wird die Statue der Schwarzen Sarah aus der Krypta der wehrhaften Kirche Notre Dame de la Mer geholt, wo sie während des übrigen Jahres, eingehüllt in zahlreiche feine Gewänder verweilt. Anschließend wird sie begleitet von tausenden von Pilgern durch den Ort in Richtung Meer getragen. Höhepunkt der Wallfahrt ist jener Moment, an dem die Heilige Sarah begleitet von festlich geschmückten Reitern auf weißen Carmargue Pferden ins Meer getragen und mit Wasser benetzt wird. Die Begegnung mit dem Element Wasser steht dabei für die Reinigung von Geist und Seele.